Meine Bücherliste: Was mich finanziell und mental geprägt hat

Ich bin eine echte Leseratte, und Bücher haben meinen Weg zur finanziellen Bildung mindestens genauso geprägt wie Podcasts oder Kurse. Hier findest du meine komplette Liste – ehrlich kommentiert, mit dem, was mir wirklich etwas gebracht hat.

Reine Finanzbücher

André Kostolany – „Die Kunst, über Geld nachzudenken“ Ein Landsmann von mir – Kostolany wurde als Endre Kosztolányi in Budapest geboren und hat sich später in den USA einbürgern lassen (nicht in Frankreich, wie ich zuerst dachte, auch wenn er den Großteil seines Lebens in Paris verbracht hat). Seine Kernbotschaft, sinngemäß: Kauf deine Aktien, nimm eine Schlaftablette und wach erst in zehn, fünfzehn, dreißig Jahren wieder auf. Er hat selbst enorm viel Erfahrung gesammelt – inklusive lustiger Geschichten darüber, wie er sein Geld auch wieder verloren hat – und kommt am Ende zu dem Schluss: Egal wie klug oder informiert du bist, den Markt dauerhaft zu schlagen, gelingt so gut wie niemandem. Deshalb: Index-ETFs, langfristig gedacht.

Benjamin Graham – „Der intelligente Investor“ Ein richtig dickes Buch – ich empfehle ausdrücklich die überarbeitete Ausgabe mit den Kommentaren von Jason Zweig zu jedem Kapitel. Graham war schon ein alter Hase, als der junge Warren Buffett bei ihm gelernt hat (Graham war später sogar Buffetts akademischer Lehrer und Arbeitgeber) – seine ursprünglichen Thesen gelten bis heute, seine damaligen Beispiele sind aber naturgemäß veraltet. Genau hier setzt Zweig an: Er ordnet ein, was aus Grahams ursprünglicher Strategie heute noch gilt, und liefert aktuelle Beispiele. Ich habe monatelang daran gelesen – hat sich aber komplett gelohnt.

Barbara Stanny – „Prince Charming Isn’t Coming“ Kernbotschaft: Viele Frauen warten darauf, dass irgendwann „der Richtige“ kommt und sich ums Geld kümmert – genau das sollte man nicht tun. Eine Frau, die ihre eigenen Finanzen im Griff hat, ist laut Stanny eine „unzerstörbare Frau“ – und da hat sie recht. Auch wenn ich in einer sehr ausgeglichenen Beziehung lebe, in der mein Mann viele größere Kosten trägt, fühlt sich Abhängigkeit in Geldfragen aus vielen Gründen unangenehm an. Genau deshalb ist mir mein eigenes Geld so wichtig.

Suze Orman – „Women & Money“ Sehr amerikanisch, für uns hier in Deutschland nicht in jedem Detail relevant, aber die Geschichten darin sind wirklich stark. Besonders lehrreich fand ich den Teil darüber, wie leicht man sich von vermeintlichen Expert:innen beeinflussen lässt – bei der Bank, von gut meinenden Bekannten oder auf einem Meetup –, obwohl man selbst schon ein ungutes Bauchgefühl hat. Orman bringt es auf den Punkt: Frauen treffen selten wirklich falsche Entscheidungen aus sich selbst heraus – sie lassen sich aus Unwissenheit von anderen beeinflussen. Genau das ist der Fehler, den man vermeiden sollte.

Bodo Schäfer – „Der Weg zur finanziellen Freiheit“ Bodo Schäfer ist einer dieser Autoren, die man liebt oder hasst – dazwischen gibt es kaum etwas. Ich mag ihn sehr, auch wenn zum Beispiel Gerd Kommer in seinem eigenen Buch nachvollziehbar begründete Kritik an ihm äußert. Aber: Man muss nicht immer alles hundertprozentig fachlich korrekt wissen – man muss das richtige Mindset haben. Und genau das hat Bodo Schäfer für mich.

Robert Kiyosaki – „Rich Dad Poor Dad“ Ein echter Augenöffner, besonders durch die Gegenüberstellung von Kiyosakis leiblichem Vater (Universitätsprofessor, immer arbeitend, aber mit den falschen Geldentscheidungen) und seinem „reichen“ Ersatzvater. Der Stil ist sehr amerikanisch und nicht jedermanns Sache – auch ich mag ihn nur bedingt. Kiyosakis älteres Immobilienbuch aus den 1970er-Jahren wirkt streckenweise wie aus einer anderen Welt (leerstehende Häuser aufspüren, Eigentümer direkt kontaktieren, Angebote unter Wert machen) – ich habe die Grundidee aber selbst schon erfolgreich hinterfragt und angewendet: Ich gehe seit acht Jahren täglich mit unserem Hund in derselben Gegend spazieren und weiß genau, welche Häuser seit Jahren leer stehen. Ein Versuch, direkt ein Angebot zu machen, ist es durchaus wert.

Gerd Kommer – „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ Absolute Pflichtlektüre, wenn du das Thema wirklich tief verstehen willst – allerdings sehr trocken geschrieben (ich vermute, das hängt mit seinem akademischen Hintergrund zusammen). Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, war aber durch mein BWL-Studium schon nicht ganz fachfremd. Dazu eine Geschichte, warum Selbstbildung so wichtig ist:

Als ich Anfang 2019 endlich meine ETFs ausgewählt hatte – nach rund drei Monaten intensiver Recherche – war ich stolz auf meine fundierte Entscheidung. In einer gemischten Facebook-Finanzgruppe hat jemand gefragt, in welche ETFs andere investieren. Ich habe stolz meine beiden WKN-Nummern gepostet. Daraufhin bekam ich eine private Nachricht, so lang wie ein Aufsatz, in der mir haarklein erklärt wurde, warum meine Wahl komplett falsch sei – ein ziemlich klassischer Fall von Mansplaining. Er führte Punkte an wie: Fondsdomizil Irland vs. Luxemburg (für mich nach meiner eigenen Recherche irrelevant), Fondswährung USD vs. EUR (ebenfalls irrelevant, wie ich bei Kommer gelesen hatte), unterschiedliche Replikationsmethoden (für meine Strategie ebenfalls nicht ausschlaggebend). Ich habe nur „Danke“ geantwortet.

Aber genau das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst zu bilden, statt blind Empfehlungen zu folgen: Hätte ich meine ETFs nur nach fremder Empfehlung gekauft, ohne die Hintergründe zu verstehen, hätte ich aus Panik nach dieser Nachricht vielleicht alles wieder verkauft. So aber wusste ich: Das ist eine Meinung, die für ihn passen mag – ich habe meine Strategie bewusst und informiert gewählt. Es gibt selten nur eine „richtige“ Antwort beim Investieren, sondern mehrere gute Wege – aber das erkennst du nur, wenn du dich selbst gebildet hast.

Henning Jauernig – „Young Money Guide“ Deckt Themen wie Haushaltsbuch, Konto, Aktien, Versicherungen und Steuern ab – gut geschrieben und verständlich, hat mir aber inhaltlich nichts mehr Neues erzählt, weil ich zu dem Zeitpunkt schon tief im Thema drin war. Besonders passend ist es, wenn du noch ganz jung bist, viel Zeit für den Zinseszinseffekt vor dir hast, noch keine großen Rücklagen brauchst, weil noch keine Miete oder kein Auto anfallen, und noch kein hohes Einkommen hast.

Albert Warnecke – „Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen“ Wurde mir empfohlen, nachdem ich Gerd Kommer schon gelesen hatte – deutlich verständlicher geschrieben, im Kern aber dieselben Inhalte. Ich bin froh, trotzdem zuerst Kommer gelesen zu haben.

Finanzfluss – „Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest“ Der Titel ist herrlich reißerisch. Ich habe es vor allem gekauft, um Finanzfluss zu unterstützen, und selbst nicht komplett gelesen – aber inhaltlich deckt es genau das ab, was auch auf ihrem YouTube-Kanal steckt: komplexe Themen einfach und verständlich erklärt. Wenn du gerade erst anfängst, würde ich tatsächlich mit diesem Buch starten.

Natascha Wegelin (Madame Moneypenny) – „Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ Deckt das ab, was sie auch in ihrem Podcast, Mentoring und Onlinekurs erzählt. Für mich persönlich nichts inhaltlich Neues, da ich zu dem Zeitpunkt schon tief in ihrer Community war – aber ein guter, kompakter Einstieg, falls du sie noch nicht kennst.

Bücher für Kinder und zum Einstieg

Bodo Schäfer – „Ein Hund namens Money“ Eigentlich für Kinder geschrieben, aber auch als Erwachsene ohne frühe Finanzbildung nehme ich davon einige Aha-Momente mit (→ mehr dazu in „Geld und Kind: Das Junior-Depot“).

Dazu passen thematisch auch die beiden Brettspiele, die ich schon in eigenen Artikeln vorgestellt habe: „Cashflow“ von Robert Kiyosaki und „My First Million Game“.

Bücher zu Mindset & Persönlichkeitsentwicklung

Finanzbildung ist für mich nur ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung – deshalb gehören diese Bücher für mich genauso dazu:

Napoleon Hill – „Denke nach und werde reich“ Absolutes Muss. Ich habe die Kurzfassung als Taschenbuch gelesen und die vollständige Version als Hörbuch gehört. Zwar nicht mehr taufrisch, aber die zeitlosen Werte und vor allem die berührenden Geschichten darin bleiben relevant – die muss man selbst lesen, ohne Spoiler. Kernaussage: Du musst nicht reich sein, um glücklich zu sein – du musst glücklich sein, um reich zu werden. Ich lese es immer wieder.

Stephen Covey – „Die 7 Wege zur Effektivität“

Timothy Ferriss – „Die 4-Stunden-Woche“ Ziemlich dick, aber fürs richtige Mindset sehr zu empfehlen.

Bodo Schäfer – „Die Gesetze der Gewinner“ Hängt bei mir am Schrank, ich lese sie täglich durch. Nicht nur Finanzthema, sondern generelles Mindset.

Robin Sharma – „Der 5-Uhr-Klub“ Ich bin selbst nie um 5 Uhr aufgestanden, habe aber die meisten meiner Bücher früh morgens vor der Arbeit gelesen – damals noch ohne Kind. Heute höre ich fast alles als Hörbuch. Eine Ausnahme: Bücher mit vielen Rechenbeispielen (wie bei Bodo Schäfer) will ich mir wirklich selbst vor Augen führen, gerade bei deutschen Zahlen, die ja „hinten“ gesprochen werden.

Stefan Frädrich – „Günter, der innere Schweinehund“ Sehr gut, um sich aufzuraffen – es gibt mehrere Bücher aus dieser Reihe.

John Strelecky – „Das Café am Rande der Welt“ Mein persönlicher Liebling, den ich mindestens einmal, eher zweimal im Jahr erneut lese. Sein erstes und kürzestes Buch, jedes Mal ein Gänsehautmoment.

John Strelecky – „Die Big Five for Life“ Wenn dir sein Stil nach dem Café-Buch gefällt, unbedingt weiterlesen. Wir haben es uns als Hörbuch auf unserer Hochzeitsreise-Autofahrt nach Italien angehört – acht Stunden hin, den Rest auf dem Rückweg irgendwo am Gardasee zu Ende gehört. Eine schöne Erinnerung.

Für alle, die nicht so viel lesen wollen

Ich verstehe total, wenn dreihundert Seiten abschreckend wirken. Für den Einstieg oder als Alternative empfehle ich:

  • Blinkist für kompakte Buchzusammenfassungen
  • Hörbücher, ideal für den Weg zur Arbeit oder beim Gassigehen

Wichtiger Hinweis
Ich bin keine Finanz- oder Anlageberaterin. Dieser Artikel beschreibt ausschließlich meine persönliche Leseerfahrung und Einschätzung, keine Anlageempfehlung.

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