Manifestieren: Humbug oder tatsächlich effektiv?

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Ich bin ein wenig spiritueller Mensch. Trotzdem muss ich zugeben: Manifestieren funktioniert bei mir – nicht sofort, nicht beim Lottogewinn, aber bei kleineren Dingen merke ich es immer wieder. Zeit, das mal genauer zu betrachten.

Meine Erfahrung der letzten Zeit

Ich übe Manifestieren aktuell aktiv, unter anderem mit der App „The Secret to Money“ (→ mein ausführlicher Erfahrungsbericht dazu). Vor ein paar Tagen hatte ich einen richtig witzigen Moment: Ich dachte, „Boah, gerade passiert so viel, so schnell – vielleicht sollte ich mit dem Manifestieren etwas kürzertreten.“ Dieser Gedanke kam völlig spontan, und ich fand ihn im Nachhinein so bemerkenswert, dass ich ihn festhalten musste.

Denn genau das ist nochmal ein Beweis für etwas, das ich schon in einem anderen Artikel beschrieben habe (→ „Warum du immer wieder knapp bei Kasse bist“): Unser Gehirn zieht uns gerne zurück zum Status quo, zum Bekannten. Zu viel Veränderung, zu schnell, mag es nicht besonders – und genau dadurch sabotieren wir uns manchmal selbst dabei, unser Leben wirklich zu verändern, weil das Gehirn lieber zu dem zurückkehrt, was es kennt. Auch wenn das, was es kennt, eigentlich Mangel oder ungelöste Probleme sind.

Was wirklich dahintersteckt – meine Erklärung, ohne höhere Macht

Ich erkläre mir das Ganze nicht damit, dass eine größere Macht über uns wacht und uns Dinge schenkt, sobald wir sie oft genug wiederholen. Meine Erklärung ist viel handfester: Wir nehmen an jedem einzelnen Tag unglaublich viele Reize wahr – am Handy, im Gespräch, überall. Unser Gehirn kann unmöglich alles gleichzeitig verarbeiten und filtert deshalb automatisch nach dem, worauf wir gerade fokussiert sind.

Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben: Als meine Eltern sich für ein neues Auto entschieden haben, sind sie eine Zeit lang alle Marken durchgegangen. Sobald das Gespräch auf eine bestimmte Marke kam, habe ich plötzlich überall genau diese Automarke auf der Straße gesehen – obwohl diese Autos vorher natürlich genauso oft da waren. Mein Gehirn hatte sie bis dahin einfach als irrelevant ausgeblendet.

Ein aktuelleres Beispiel: Eines meiner neuesten Projekte, mit dem ich Geld verdienen möchte, dreht sich um eine noch recht neue Nische. Die Idee kam mir, als ich in der Münchner U-Bahn eine Werbung gesehen habe, die auf gestiegene Statistiken zu genau diesem Thema hinwies – eine Werbung, die vermutlich Tausende andere Fahrgäste ebenfalls gesehen, aber nicht weiter beachtet haben. Ich habe sie wahrgenommen, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon aktiv auf der Suche nach neuen Einkommensideen war. (Mehr verrate ich dazu noch nicht – sobald sich daraus etwas Konkretes entwickelt hat, bekommt ihr einen eigenen Artikel dazu.)

Die Fachbegriffe dahinter

Was ich hier beschreibe, hat in der Psychologie tatsächlich Namen: Selektive Aufmerksamkeit beschreibt, wie unser Gehirn aus der Reizflut das herausfiltert, was gerade für uns relevant erscheint. Der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias) verstärkt diesen Effekt zusätzlich: Wir nehmen bevorzugt das wahr, was unsere aktuellen Erwartungen oder Überzeugungen bestätigt. Zusammen ergibt das den sogenannten Baader-Meinhof-Effekt (auch Frequenzillusion genannt): das Gefühl, dass uns ein Wort, ein Auto oder ein Thema plötzlich überall begegnet, nachdem wir es zum ersten Mal bewusst wahrgenommen haben – obwohl es objektiv nicht häufiger geworden ist, sondern nur unsere Aufmerksamkeit dafür gestiegen ist.

Manche bringen das auch mit dem sogenannten retikulären Aktivierungssystem (RAS) in Verbindung, einem Netzwerk im Hirnstamm, das mitsteuert, welche Reize überhaupt unser Bewusstsein erreichen. Die seriöse Psychologie ist an dieser Stelle aber vorsichtig: Das RAS reguliert nachweislich Wachheit und Aufmerksamkeit – es gibt aber keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass es Wünsche buchstäblich „materialisiert“. Es filtert nur, was du wahrnimmst, es zaubert nichts herbei, was nicht ohnehin schon da ist.

Genau das ist für mich die überzeugende Erklärung: Wenn ich mich auf Geldverdienen und Vermögensaufbau fokussiere, fallen mir Ideen, Schlagzeilen und Gesprächsfetzen auf, die vorher einfach an mir vorbeigerauscht wären. Nicht, weil das Universum sie mir zuschiebt, sondern weil mein Gehirn sie jetzt als relevant einstuft. Genauso gilt das leider auch andersherum: Wer sich ständig auf Negatives fokussiert, dem fällt auch mehr Negatives auf – nicht, weil es objektiv mehr geworden ist, sondern weil der Fokus es sichtbarer macht.

Meine Einladung an dich

Wenn du das Ganze für esoterischen Humbug hältst: Das kann ich total verstehen, ich bin ja selbst nicht besonders spirituell veranlagt. Aber probier es trotzdem aus – nicht im Sinne von „eine höhere Macht erhört mich“, sondern im Sinne von „ich trainiere mein Gehirn bewusst darauf, Chancen und Möglichkeiten zu erkennen, die vorher im Rauschen untergegangen wären“. Du hast dabei nichts zu verlieren: Du denkst ohnehin jeden Tag tausende Gedanken. Dann können ein paar davon auch positive, wohlstandsbejahende Gedanken sein, statt nur Sorgen und Zweifel. Schlimmer wird dein Tag dadurch garantiert nicht.

Ich persönlich genieße es sehr, mir Affirmationen wie „Ich bin reich“ laut vorzusagen – nicht, weil ich glaube, dass allein das Aussprechen Geld herbeizaubert, sondern weil es mir hilft, meinen Fokus jeden Tag neu auszurichten. Und wie ich oben beschrieben habe: Manchmal geht das sogar schneller, als man erwartet – und dann ertappt man sich dabei, wie man selbst versucht, ein bisschen auf die Bremse zu treten.


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Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel beschreibt meine persönliche Erfahrung sowie allgemein anerkannte psychologische Konzepte, keine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit von Manifestation im esoterischen Sinne. Ich bin außerdem keine Finanz- oder Anlageberaterin.

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